Cuando niña

Kakothi & Vavachi

Aus eigener Feder

Früher haben Denise und ich Gedicht geschrieben, als wir in David verliebt waren ;-) (... weißt du noch- "Schnuckel" und so?;-D...) In der pubertären Phase schrieb ich immer mehr und meine liebe zum Schreiben wuchs in der Schreibwerkstatt und half sich mit einigen Dingen, die im Leben passiert waren, auseinanderzusetzen. Hier werden sich sicher noch einige Zeilen wiederfinden, aber als mein kleines persönliches Highlight zunächst ein paar Zeilen für jemanden, der mir lange ganz Nahe stand und sich dann immer mehr zurück zog. (Ihr wisst ja, wie schlecht ich im "Loslassen" bin ;-(...)

 

1.2. 2010

 

Der Baum 

Vor neun Jahren sähte ich eines Novemberabends im Garten Samen, in der Hoffnungm dass du ein wunderschöner Baum werden würdest. Viele Samen sähte ich bereits vor dir. Manche Bäume wurden schön. Andere verloren Blätter und Früchte, so dass ich die Baumstämme zurück ließ. Bei dir sollte es anders sein. Ständig sorgte ich dafür, dass du genug Licht, Wasser, Liebe und Luft (davon manchmal zu wenig ;-)) hattest. Ich hatte es geschafft: deine Wurzeln verankerten sich fest unter der Erde. Du wurdest mächtig und hast die schönsten Früchte getragen. Du wurdest zum schönsten Baum. Während du für andere schön anzusehen warst, naschte ich schon heimlich von deinen Mangos. Und wenn ich dich dabei erwischte, wie du deine Äste runterließt, damit Andere an dir hochklettern konnten, war ich böse mit dir. Einige deiner Äste trugen auch Erdbeeren, wieder andere Zwiebeln und Chillies.

In der schlimmen Regenzeit habe ich mit einem Regenschirm da gestanden, wollte dich schützen. Andere verflixen "das 7.Jahr", aber in der Zeit hätte ich immer wieder gerne neben dir im Regen gestanden. Die letzten zwei Jahre komme ich nicht mehr so gerne zu dir in den Garten.

Immer wieder steh ich mit verschiedenen Wärmequellen bei dir: Taschenlampe, Kerze, Streichhölzer und wenn ich Glück hab, begleitet mich die Sonne. Seit kurzem finde ich keine Wärme. Du trägst schon lange keine Früchte mehr, obwohl es manchmal den Anschein hat, dass etwas Rotes in deinen Ästen durchschimmert. Und dann falte ich die Hände und bete- für dich, -für deine Blätter, die im Herbst fallen-für neue Knospen und Früchte, die reifen sollen, insbesondere meine Mangos und Erdbeeren.

Für den Baum, der letztes Jahr weg kam, habe ich auch gebetet. Ich habe gesehen, wie du versuchtest ihn unter der Erde festzuhalten- doch es half nicht. Auch wenn ich nicht in den Garten kam, um bei dir zu sein, waren meine Gedanken ständig bei Euch. 

Während ich nicht mehr persönlich kam, im dich zu pflegen, sind deine Äste blätter- und früchtelos in alle Richtungen gewachsen und versperren nun den Weg vorm Gartenzaun. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich an die schöne Zeit mit dir zu erinnern, wo du so mächtig und voller leckerer Früchte warst; ich an dir hochkletterte, meine Beine baumeln ließ, kopfüber an dir hing, dich fest umarmte, mich an dich lehnte, dich küsste oder meine Wange an deinen Stamm hielt und tief einatmete, um deinen Geruch nie wieder auszuatmen.

In den letzten neun Jahren habe ich viele andere, leckere Früchte ernten können. Es gab viele schönere Bäume, die ich gepflanzt habe, aber trotzdem habe ich nie vergessen, wie toll du warst und die Zeit mit dir.

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